Wandern rund ums Elbtal
Sonntag, 29. April 2012
Im Tal der Roten Weißeritz: Von Dippoldiswalde nach Freital-Hainsberg, 15,9 km
Dass wir dieses sonnige Wochenende zu einer Wanderung nutzen, stand schon seit ein paar Tagen fest. Und die sommerlichen Temperaturen passen gut zu unserer Wunschstrecke: einer Tour durch den Rabenauer Grund. Wir sind sie früher mal mit unseren Kindern gegangen, allerdings viel zu selten. Die Umgebung von Dresden hat einfach zu viele schöne Wanderziele und wir haben zu wenig freie Tage! Nun ist es soweit: wir starten unsere Wanderung am Busbahnhof Dippoldiswalde. Einen markierten Wanderweg nach Malter können wir nicht entdecken und folgen deshalb den Hinweisschildern für Autofahrer. Zuerst geht es zum Markt, von dort aus weiter an einer Straße entlang, die am Krankenhaus vorbei bergauf führt. An einer Kreuzung geht es links herum, weiter am Straßenrand. Der König-Johann-Turm ist eingezäunt – schade. Bald können wir schon ein bisschen Wasser sehen: die Malter-Talsperre ist nicht weit. Heute Morgen war ich etwas bedrückt, als ich die vielen Läufer sah, die zum Oberelbe-Marathon anreisten. Ich hatte vorgehabt, beim Halbmarathon mitzulaufen. Nun bin ich sogar skeptisch, ob ich die Wanderung durchhalte. Nach der gestrigen kurzen Joggingrunde musste ich andauernd den Fuß kühlen. Aber falls wir vorzeitig abbrechen müssen, ist das nicht so schlimm: im Rabenauer Grund, wo wir wandern möchten, fährt die Weißeritztalbahn, mit der wir bequem weiter kämen. Sicherheitshalber habe ich meine Laufschuhe mit den gut eingelaufenen Sporteinlagen dabei, denn an die Einlagen in den Leichtwanderschuhen bin ich noch nicht so gewöhnt. Bald sind wir in Malter angekommen, gehen am Bad vorbei und weiter zur Staumauer. Einige Leute sind in Ruderbooten auf dem Wasser, aber baden geht wohl noch niemand. Hinter der Staumauer wenden wir uns rechts herum und folgen einfach den vielen Wanderern, die wie wir in den Rabenauer Grund hinunter gehen. Zu unserer Verwunderung sind auch etliche Mountainbike-Fahrer unterwegs. Die Bäume treiben aus, manche erblühen bereits, und am Wegesrand blühen Buschwindröschen. Im Rabenauer Grund gibt es einen Energie-Erlebnispfad, wo man einiges über alternative Energien erfahren kann. Ich muss gestehen, dass mich diese technischen Dinge nicht so fesseln, aber mein Mann liest interessiert jede Informationstafel. Es gibt zwei Wasserkraftwerke: eines in Seifersdorf und eines bei Rabenau. Der Wanderweg ist so gut gepflegt, dass man kaum noch an das Hochwasser 2002 denkt, das hier große Schäden angerichtet und die Kleinbahnstrecke fast vollständig zerstört hat. Es gibt nun mehrere sehr hübsche Holzbrücken im Rabenauer Grund. Als wir noch mit kleinen Kindern unterwegs waren, erschien uns der Weg durch den Grund sehr weit. Nun sind wir richtig erstaunt, wie schnell wir in Spechtritz und bald darauf in Rabenau sind. Die Rabenauer Mühle beherbergt heute ein Hotel, und im Restaurant kann man gut essen. Der Selbstbedienungsbereich ist uns zu überlaufen, aber wir finden einen schönen Platz im Garten vor dem Hotel. Ich habe bis jetzt keine Wanderstöcke benötigt und möchte auch den Rest der Strecke schaffen. Der Rabenauer Grund ist wunderschön, aber noch schöner ist er gewiss an Wochentagen. Als wir in Freital-Coßmannsdorf ankommen, wird uns klar, dass es noch ein Stückchen hin bis zur S-Bahn ist. Auf den Bus möchten wir nicht warten und laufen weiter bis nach Freital-Hainsberg. Ich bin sehr froh, einen einigermaßen ordentlichen Wanderschritt halten zu können. Der Fuß scheint es gut zu verkraften. Die Laufschuhe, die ich nach ein paar Kilometern anziehen musste, sind zum Wandern nicht so geeignet, aber in ein paar Wochen tun es sicher die anderen Schuhe. Dass wir beinahe 16 Kilometer unterwegs waren, die mir wie 12 oder 13 vorkamen, stimmt mich nun sehr froh. Wieder gut wandern zu können, ist schon mal ein lohnendes Ziel.
Freitag, 6. April 2012
Meißen - Coswig ca. 14 km
Anmerkung: Ich erhielt einen Hinweis (vielen Dank dem aufmerksamen Leser!), dass sich das Spaargebirge nur rechts der Elbe erstreckt. Unsere Landkarte war diesbezüglich etwas missverständlich. Deswegen habe ich den Beitrag entsprechend geändert, denn ich möchte weder Leser in die Irre führen, noch Gebirge verlängern. Unsere Tour war dennoch schön und irgendwann werden wir auch rechts der Elbe wandern.
____________________________________________________________________________________
Kühl ist es, als wir gegen Mittag zu unserer Wanderung aufbrechen, eher einem Spaziergang, wie wir meinen. Da dies noch der schönste Tag des Osterwochenendes sein soll, möchten wir die Gelegenheit nutzen, uns etwas Bewegung zu verschaffen. Wir fahren mit der S-Bahn bis Meißen-Triebischtal. Hier wollte ich schon längst einmal aussteigen. Die wenigen Leute, die mit uns den Zug verlassen, wenden sich Richtung Porzellanmanufaktur. Wir möchten nach rechts den Hügel hinauf. Zunächst folgen wir einer Straße, die aussieht, als würde sie in die Altstadt führen. Dann finden wir endlich einen Weg nach oben, in den Goldgrund hinein. Hier gibt es sogar ein Hotel inmitten einer etwas verwahrlosten Parkanlage, die aber durchaus Charme hat. Unser Weg führt schließlich wieder auf die kleine Straße und bald sehen wir eine Wegmarkierung: wir sind also richtig auf einem Wanderweg hinauf zur Höhe. Wir treffen auf eine Landstraße. Nach ein paar Metern zweigt glücklicherweise ein Weg links herum ab. Hier ist das Hotel Siebeneichen und wir denken uns, dass es nicht mehr weit bis zum Schloss Siebeneichen sein kann. Ein ruhiger schöner Weg führt oben am Hang entlang bis zum Schloss. Es wird heute noch als Lehrerfortbildungsstätte genutzt und sieht erstaunlich gepflegt aus. Vor dem Eingang zum Schlossgarten wenden wir uns rechts herum, gehen über eine kleine Wiese zu einer Treppe. Hier verläuft unser gelb markierter Wanderweg. Die Markierungen sind zeitweise nur noch zu ahnen, aber zunächst kann man den Weg nicht verfehlen. Er führt uns in einen kleinen felsigen Grund hinein. Überall blühen Buschwindröschen. An einem Wasserfall befindet sich ein Pavillon; dort rasten Leute. Wir gehen vom Elbtal weg, weil wir noch ein Stück auf der Höhe wandern möchten. Der Weg führt uns in das Dorf Bockwen. Als wir es Richtung Reichenbach verlassen, geht es noch ein Stück weiter auf die Höhe. Hier oben fühlt sich mein Mann ans Erzgebirge erinnert. Bei gutem Wetter kann man bestimmt nach allen Richtungen schauen, und wir nehmen uns vor, die Gegend ein andermal noch besser zu erkunden. Wir machen nur kurz Rast auf einer Bank; es ist einfach zu ungemütlich, um lange zu sitzen. Ich nehme mir die Stöcke zu Hilfe, denn das Asphaltgehen mögen meine Füße gar nicht. Der Weg nach Reichenbach zieht sich hin. Am Straßenrand befindet sich ein großes Steinkreuz. Wir fragen uns, ob hier einer zu schnell gefahren ist oder ob es eins von den vielen Denkmälern „unseren Kriegshelden“ gewidmet, ist. Ich bin durchaus dafür, an die Toten zu erinnern, aber warum nennt man sie Helden? Tatsächlich ist das Kreuz viel älter, als wir annahmen. Ein Schild verrät, dass während der Reformationszeit ein katholischer und ein evangelischer Priester um die Pfarrstelle in Naustadt konkurrierten. Ein Wettreiten sollte die Entscheidung bringen, und der katholische Priester verunglückte tödlich. Von der dramatischen Geschichte beeindruckt, gehen wir nach Reichenbach und von dort aus nach Scharfenberg. Von hier aus suchen wir den Weg nach Röhrsdorf, können ihn aber nicht finden. Wir folgen unserer gelben Markierung, gehen an der Kirche vorbei und befinden uns bald inmitten vieler Dorfbewohner, die aus der Kirche kommen. An einer Straßenkreuzung bemerken wir, dass wir falsch gegangen sind. Es geht noch einmal in den Ort hinein. Schließlich finden wir die ausgeschilderte Straße nach Pegenau. Von Pegenau aus geht es weiter nach Gauernitz, und dorthin möchten wir. (Die andere Straße an der Gabelung führt nach Röhrsdorf: dorthin wollten wir ursprünglich.) Wenn man müde wird und es ungemütlich kalt ist, hat man irgendwann keine Lust mehr auf Experimente. Wir waren, zugegeben, auch etwas spät aufgebrochen. Also gehen wir an der Straße entlang. Es gibt zwar einen vielversprechenden Wegweiser zum Eichhörnchengrund, der aber geradewegs auf ein Feld zeigt, wo nur ein paar Traktorspuren sind. Die Beschilderung in dieser Gegend müsste dringend verbessert werden. Das nächste Mal geht es nicht ohne Navigation – aber heute wollten wir das Spielzeug mal zuhause lassen. Kurz vor Pegenau treffen wir doch auf einen guten, ausgeschilderten Weg nach Gauernitz durch den Eichhörnchengrund. Dieser Wegabschnitt wird noch einmal angenehm, geradezu idyllisch. Noch ist es recht kahl im Grund, aber im Sommer ist er bestimmt sehr schön. Drei Kilometer sind es bis Gauernitz; die schaffen wir noch. Gauernitz ist ein wunderschöner Ort, ebenso wie Scharfenberg, wo wir uns nur kurz umgesehen hatten. Die Grundstücke sind alle geschmückt. 1,9 Kilometer zur Elbfähre Kötitz, unserem Ziel. Es dauert nicht mehr lange, und man sieht weiter vorn die Kötitzer Elbinsel. Von diesem Elbufer aus habe ich sie noch nie gesehen. Da fliegt schon ein Reiher über uns hinweg; er steuert die Insel an. Außer uns setzen noch mehr Wanderer über die Elbe. Die Leute lassen sich trotz der Winterkälte ihren Osterspaziergang nicht nehmen. Von der Kötitzer Fähre ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof Coswig, wo die S-Bahn abfährt. Ich hatte die Strecke unterschätzt; es mögen reichlich 14 Kilometer gewesen sein. Beim nächsten Mal werden wir uns hier schon besser zurechtfinden. Die Strecke lässt sich sehr gut verlängern und variieren.
Samstag, 24. März 2012
Dippoldiswalde - Wilisch - Kreischa 15,7 km
Wir waren bereits am vergangenen Samstag in dieser Gegend unterwegs, aber ich habe die Tour nicht beschrieben. Da wieder frühlingshaftes Wetter angekündigt war, stand für uns fest, dass wir die Gelegenheit zu einer Wanderung nutzen würden.
Wir fahren 8.44 Uhr mit dem Bus Nr. 360 Richtung Erzgebirge. Allein auf diese Fahrt habe ich mich schon sehr gefreut. Am liebsten wäre ich mitten in der Nacht aufgestanden, um nicht mehr bis zum Morgen warten zu müssen, aber ich ließ es dann doch bleiben, um einigermaßen ausgeruht zu sein. Vom Busbahnhof Dippoldiswalde aus wenden wir uns Richtung Reinholdshain, nehmen jedoch nicht die ausgeschilderte, stark befahrene Landstraße, sondern den Reinholdshainer Weg. Als dieser links herum führt, gehen wir weiter geradeaus auf einen schönen Feldweg über eine Anhöhe. Ein Radfahrer erklärt uns, wie wir von hier aus nach Kreischa kommen. Als wir linker Hand Reinholdshain mit dem Gewerbegebiet vor uns sehen, wenden wir uns dorthin. Wir überqueren die Landstraße, durchqueren das Gewerbegebiet und biegen dann rechts ab. Die Straße verlässt das Gewerbegebiet Richtung Oberhäslich. Hier haben wir schon einen schönen Blick zum Wilisch. In Oberhäslich folgen wir der Straße nach Reinberg. Dies ist ein hübsches, kleines Dorf mit einem verfallenen Schlösschen, das man etwas abseits liegen sieht. Es sieht selbst in verfallenem Zustand noch sehr reizvoll aus. Über Lichteneichen gelangen wir hinauf zur Wilischbaude, die leider auch verfallen ist. Das Gebäude sieht teils wie eine Bergbaude, teils wie ein Landgasthof aus und wir finden es sehr schade, dass sie nicht mehr in Betrieb ist. Wir haben den Eindruck, dass es in dieser Gegend recht ruhig ist. Am vergangenen Sonnabend waren wir auf der Kuppe des Wilisch, aber heute gehen wir nicht bis hinauf, sondern wenden uns Richtung Hirschbach. Diesen Weg durch den Wald finden wir sehr schön. Schließlich gelangen wir ins Tal und kehren in der Teufelsmühle ein. Das ist ein hübsches kleines Lokal, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Anschließend haben wir die Wahl, entweder Richtung Maxen/Burghardtswalde zu wandern und von dort aus mit der Müglitztalbahn zu fahren, oder nach Kreischa zu gehen und dort den Bus nach Dresden zu nehmen. Wir entscheiden uns heute für Letzteres, weil die Busse häufiger fahren. Der Weg an der Straße entlang ist weniger schön, aber fünf Kilometer hält man schon mal aus. Wir hätten wieder am Wilisch zurück gehen können, aber das wollten wir dieses Mal auch nicht – wir kennen den Wilisch nun schon ganz gut. In Kreischa müssen wir nicht allzu lange auf den Bus Nr. 86 warten, und der Anschluss an die S-Bahn klappt auch. Eine schöne Strecke mit viel Weitblick; leider war es heute trotz sonnigen Frühlingswetters noch etwas diesig. Für mich war es etwas viel Asphaltgehen, aber dennoch machbar. Wir werden bestimmt wieder einmal rund um den Wilisch unterwegs sein.
Wir fahren 8.44 Uhr mit dem Bus Nr. 360 Richtung Erzgebirge. Allein auf diese Fahrt habe ich mich schon sehr gefreut. Am liebsten wäre ich mitten in der Nacht aufgestanden, um nicht mehr bis zum Morgen warten zu müssen, aber ich ließ es dann doch bleiben, um einigermaßen ausgeruht zu sein. Vom Busbahnhof Dippoldiswalde aus wenden wir uns Richtung Reinholdshain, nehmen jedoch nicht die ausgeschilderte, stark befahrene Landstraße, sondern den Reinholdshainer Weg. Als dieser links herum führt, gehen wir weiter geradeaus auf einen schönen Feldweg über eine Anhöhe. Ein Radfahrer erklärt uns, wie wir von hier aus nach Kreischa kommen. Als wir linker Hand Reinholdshain mit dem Gewerbegebiet vor uns sehen, wenden wir uns dorthin. Wir überqueren die Landstraße, durchqueren das Gewerbegebiet und biegen dann rechts ab. Die Straße verlässt das Gewerbegebiet Richtung Oberhäslich. Hier haben wir schon einen schönen Blick zum Wilisch. In Oberhäslich folgen wir der Straße nach Reinberg. Dies ist ein hübsches, kleines Dorf mit einem verfallenen Schlösschen, das man etwas abseits liegen sieht. Es sieht selbst in verfallenem Zustand noch sehr reizvoll aus. Über Lichteneichen gelangen wir hinauf zur Wilischbaude, die leider auch verfallen ist. Das Gebäude sieht teils wie eine Bergbaude, teils wie ein Landgasthof aus und wir finden es sehr schade, dass sie nicht mehr in Betrieb ist. Wir haben den Eindruck, dass es in dieser Gegend recht ruhig ist. Am vergangenen Sonnabend waren wir auf der Kuppe des Wilisch, aber heute gehen wir nicht bis hinauf, sondern wenden uns Richtung Hirschbach. Diesen Weg durch den Wald finden wir sehr schön. Schließlich gelangen wir ins Tal und kehren in der Teufelsmühle ein. Das ist ein hübsches kleines Lokal, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Anschließend haben wir die Wahl, entweder Richtung Maxen/Burghardtswalde zu wandern und von dort aus mit der Müglitztalbahn zu fahren, oder nach Kreischa zu gehen und dort den Bus nach Dresden zu nehmen. Wir entscheiden uns heute für Letzteres, weil die Busse häufiger fahren. Der Weg an der Straße entlang ist weniger schön, aber fünf Kilometer hält man schon mal aus. Wir hätten wieder am Wilisch zurück gehen können, aber das wollten wir dieses Mal auch nicht – wir kennen den Wilisch nun schon ganz gut. In Kreischa müssen wir nicht allzu lange auf den Bus Nr. 86 warten, und der Anschluss an die S-Bahn klappt auch. Eine schöne Strecke mit viel Weitblick; leider war es heute trotz sonnigen Frühlingswetters noch etwas diesig. Für mich war es etwas viel Asphaltgehen, aber dennoch machbar. Wir werden bestimmt wieder einmal rund um den Wilisch unterwegs sein.
Samstag, 3. März 2012
Radebeul Niederlößnitz - Moritzburg, ca. 7,7 km
Erfahrene Wanderer mögen einwenden, dies sei keine Wanderung, sondern ein Spaziergang – aber was bedeuten schon Klassifizierungen?
Ich liebe die Gegend um Moritzburg sehr. Da wir – in Dresden-Nord beheimatet – gar nicht so weit entfernt wohnen, stand für mich schon eine ganze Weile die Frage, welcher Weg nach Moritzburg denn der Schönste, Reizvollste, Angenehmste sei. Heute kann ich sagen: wir haben ihn gefunden.
Entdeckt haben wir den Weg vor ein paar Wochen, als wir von Radebeul aus zur Albrechtshöhe gingen: wir sahen die Markierung nach Moritzburg und beschlossen, diesen Weg in absehbarer Zeit einmal auszuprobieren. Heute ist es nun soweit. Wir fahren mit der Straßenbahn Linie 4 nach Radebeul bis zur Haltestelle Karl-May-Museum. Dort gehen wir die Gutenbergstraße ein Stück bergan, bis wir an die Kreuzung Augustusweg kommen. Hier biegen wir rechts ab und folgen der Straße bis zur zweiten Querstraße links. Von da aus geht es auf der Eduard-Bilz-Straße relativ steil bergan durch einen kleinen Grund. Oberhalb des Grundes mündet links der Hohlweg auf die Straße. Wir treffen auf eine Fläche, Straken, wo ein Schild auf eine alte Bewässerungsanlage hinweist, die in erstaunlich gutem Zustand ist. Wir gehen weiter geradeaus durch Altwahnsdorf und lassen bald die Häuser hinter uns. Hier eröffnet sich eine wunderbare Aussicht auf das Lausitzer Bergland mit dem Keulenberg. Ein Maler hat sich niedergelassen und möchte das Panorama festhalten. Ich bin versucht, die Kamera aus dem Rucksack zu holen, und lasse es dann doch bleiben, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass sie hier an ihre Grenzen kommt. Landschaften, die viel Weite vermitteln, sehen auf Fotos meist ganz unbedeutend und unspektakulär aus – aber das täuscht.
Wir sehen den Kirchturm von Reichenberg und weiter hinten schon unser Ziel, den Moritzburger Kirchturm. In Moritzburg fühlt sich jeder Spaziergang – und sei es mitten im Winter - wie ein Osterspaziergang an. Deshalb geht man sehr gern im Frühjahr dorthin, wenn einem nach dieser Stimmung zumute ist. Die intensive Frühlingssonne, der blaue Himmel sind eine Wohltat; in den Vorgärten und draußen in der Natur entdecken wir die ersten Frühblüher. Wir kommen nach Reichenberg und glauben es kaum: auf einer Weide sehen wir Schafe mit ihren Lämmern, die bestimmt erst wenige Tage alt sind und schon übermütig Luftsprünge machen. Ich habe aber auch ein ungutes Gefühl bei diesem Anblick und hoffe, dass die Lämmer Ostern überleben dürfen. Wir gehen ein Stück weiter auf dem ausgeschilderten Mühlenweg - und sehen als nächstes einen großen Hasen in einem Garten! Dann geht es weiter Richtung Moritzburg, zunächst unter einer Schnellstraße hindurch. Hier ist es recht ungeschützt, und es weht ein kalter Wind. Der Weg führt uns am Campingplatz Bad Sonnenland vorbei. Wir sind dicht an der Schlossallee, wo fast immer starker Verkehr ist, und hoffen, dass auch der Rest unseres Weges so ruhig sein möge wie bisher. Tatsächlich können wir im Wald weiter gehen, ein Stück am Campingplatz entlang und dann rechts herum Richtung Moritzburg. Wir gehen durch ein Waldstück, wo der Weg ein wenig schlammig wird. Wir hören die Vögel singen – das ist nach dem Winter ungewohnt, aber schön. Da hört der Wald schon wieder auf, und wir sehen Moritzburg vor uns liegen. Deutlich sind die Kleinbahn-Schienen zu sehen, die aus dem Lößnitzgrund hierher verlaufen. Der Weg führt ein Stückchen über eine Wiese, überquert die Schienen und verläuft rechts herum in den Ort hinein. Bald sehen wir den Grund für den Namen unseres Weges: linker Hand befindet sich eine Windmühle, die offensichtlich als Wohngebäude genutzt wird! Vorbei geht es an vielen neuen, sehr schicken Einfamilienhäusern Richtung Ortszentrum. Wir möchten bis zur Kirche laufen, was aber nicht möglich ist, weil der Weg zwischen neu erbauten Nobelvillen endet. Also kehren wir um und laufen an der Schließerstraße entlang zum Bahnhof. Dort sehen wir eine Lokomotive rangieren und kurz darauf an ein paar Wagen andocken, und es sieht so aus, als könnte der Zug bald abfahren. Tatsächlich bleibt uns keine Zeit mehr, Fahrkarten am Schalter zu kaufen, aber das ist nicht unbedingt nötig. Wir sitzen kaum in einem der Waggons der Lößnitzgrundbahn, da fährt sie schon ab. Glück gehabt, denn allzu häufig verkehrt sie nicht. Die Fahrt nach Radebeul zurück ist noch einmal ein hübscher Höhepunkt der Tour. Es könnte uns schon reizen, in ein paar Wochen wieder in der Gegend unterwegs zu sein und vielleicht auch mit der Kleinbahn zu fahren.
Route
Ich liebe die Gegend um Moritzburg sehr. Da wir – in Dresden-Nord beheimatet – gar nicht so weit entfernt wohnen, stand für mich schon eine ganze Weile die Frage, welcher Weg nach Moritzburg denn der Schönste, Reizvollste, Angenehmste sei. Heute kann ich sagen: wir haben ihn gefunden.
Entdeckt haben wir den Weg vor ein paar Wochen, als wir von Radebeul aus zur Albrechtshöhe gingen: wir sahen die Markierung nach Moritzburg und beschlossen, diesen Weg in absehbarer Zeit einmal auszuprobieren. Heute ist es nun soweit. Wir fahren mit der Straßenbahn Linie 4 nach Radebeul bis zur Haltestelle Karl-May-Museum. Dort gehen wir die Gutenbergstraße ein Stück bergan, bis wir an die Kreuzung Augustusweg kommen. Hier biegen wir rechts ab und folgen der Straße bis zur zweiten Querstraße links. Von da aus geht es auf der Eduard-Bilz-Straße relativ steil bergan durch einen kleinen Grund. Oberhalb des Grundes mündet links der Hohlweg auf die Straße. Wir treffen auf eine Fläche, Straken, wo ein Schild auf eine alte Bewässerungsanlage hinweist, die in erstaunlich gutem Zustand ist. Wir gehen weiter geradeaus durch Altwahnsdorf und lassen bald die Häuser hinter uns. Hier eröffnet sich eine wunderbare Aussicht auf das Lausitzer Bergland mit dem Keulenberg. Ein Maler hat sich niedergelassen und möchte das Panorama festhalten. Ich bin versucht, die Kamera aus dem Rucksack zu holen, und lasse es dann doch bleiben, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass sie hier an ihre Grenzen kommt. Landschaften, die viel Weite vermitteln, sehen auf Fotos meist ganz unbedeutend und unspektakulär aus – aber das täuscht.
Wir sehen den Kirchturm von Reichenberg und weiter hinten schon unser Ziel, den Moritzburger Kirchturm. In Moritzburg fühlt sich jeder Spaziergang – und sei es mitten im Winter - wie ein Osterspaziergang an. Deshalb geht man sehr gern im Frühjahr dorthin, wenn einem nach dieser Stimmung zumute ist. Die intensive Frühlingssonne, der blaue Himmel sind eine Wohltat; in den Vorgärten und draußen in der Natur entdecken wir die ersten Frühblüher. Wir kommen nach Reichenberg und glauben es kaum: auf einer Weide sehen wir Schafe mit ihren Lämmern, die bestimmt erst wenige Tage alt sind und schon übermütig Luftsprünge machen. Ich habe aber auch ein ungutes Gefühl bei diesem Anblick und hoffe, dass die Lämmer Ostern überleben dürfen. Wir gehen ein Stück weiter auf dem ausgeschilderten Mühlenweg - und sehen als nächstes einen großen Hasen in einem Garten! Dann geht es weiter Richtung Moritzburg, zunächst unter einer Schnellstraße hindurch. Hier ist es recht ungeschützt, und es weht ein kalter Wind. Der Weg führt uns am Campingplatz Bad Sonnenland vorbei. Wir sind dicht an der Schlossallee, wo fast immer starker Verkehr ist, und hoffen, dass auch der Rest unseres Weges so ruhig sein möge wie bisher. Tatsächlich können wir im Wald weiter gehen, ein Stück am Campingplatz entlang und dann rechts herum Richtung Moritzburg. Wir gehen durch ein Waldstück, wo der Weg ein wenig schlammig wird. Wir hören die Vögel singen – das ist nach dem Winter ungewohnt, aber schön. Da hört der Wald schon wieder auf, und wir sehen Moritzburg vor uns liegen. Deutlich sind die Kleinbahn-Schienen zu sehen, die aus dem Lößnitzgrund hierher verlaufen. Der Weg führt ein Stückchen über eine Wiese, überquert die Schienen und verläuft rechts herum in den Ort hinein. Bald sehen wir den Grund für den Namen unseres Weges: linker Hand befindet sich eine Windmühle, die offensichtlich als Wohngebäude genutzt wird! Vorbei geht es an vielen neuen, sehr schicken Einfamilienhäusern Richtung Ortszentrum. Wir möchten bis zur Kirche laufen, was aber nicht möglich ist, weil der Weg zwischen neu erbauten Nobelvillen endet. Also kehren wir um und laufen an der Schließerstraße entlang zum Bahnhof. Dort sehen wir eine Lokomotive rangieren und kurz darauf an ein paar Wagen andocken, und es sieht so aus, als könnte der Zug bald abfahren. Tatsächlich bleibt uns keine Zeit mehr, Fahrkarten am Schalter zu kaufen, aber das ist nicht unbedingt nötig. Wir sitzen kaum in einem der Waggons der Lößnitzgrundbahn, da fährt sie schon ab. Glück gehabt, denn allzu häufig verkehrt sie nicht. Die Fahrt nach Radebeul zurück ist noch einmal ein hübscher Höhepunkt der Tour. Es könnte uns schon reizen, in ein paar Wochen wieder in der Gegend unterwegs zu sein und vielleicht auch mit der Kleinbahn zu fahren.
Route
Sonntag, 16. Oktober 2011
Graupa - Borsberg - Schönfelder Hochland - Dresdner Heide, ca. 15 km
Kalt ist es geworden. Morgens, wenn Raureif den Boden bedeckt, kann man den Winter schon spüren, aber tagsüber setzt sich die Sonne mit aller Macht durch und vergoldet einem die freien Stunden.
Wir fahren etwas später als sonst los und verlassen die Buslinie 63 in Graupa: Tarifzonengrenze. Also noch ein Stück zu Fuß, zunächst an einer Waldgaststätte vorbei, dann biegen wir linker Hand in eine Siedlung ein. Wir folgen unserem Weg bis zur Borsbergstraße. Von hier aus führt ein Wanderweg bergauf. Eine Etappe des Malerweges führt hier entlang. Es geht an Viehweiden vorbei und den Hang hinauf. Nach einigen Metern folgt ein Wegweiser. Links herum würde es nach Pillnitz gehen – dies ist der Weg, den wir schon kennen. Wir entschließen uns, geradeaus weiter zu gehen. Der „Jagdweg“, rot markiert, führt direkt zum Borsberg. Steil sei das, hören wir von anderen, aber wir werden das schon schaffen. Die letzten Meter hinauf spürt man in den Beinen. Dennoch ist der Borsberg mit seinen 362 Metern für gesunde, halbwegs konditionierte Leute gut zu erreichen. Dies ist wohl der steilste und kürzeste Weg hinauf. Vom Hochland aus kommt man wesentlich gemütlicher auf den Berg. Wir laufen weiter an der Landstraße entlang nach Zaschendorf. Diesen Streckenverlauf kennen wir von Radtouren her. Auch heute sind hier viele Radfahrer unterwegs, aber auch Wanderer wie wir. Hier oben weht ein kräftiger Wind. Ich setze mir lieber die Mütze auf, aber es ist eine Wohltat, bei Sonne und blauem Himmel an der frischen Luft zu sein. Die Weite des Hügellandes ist immer wieder ein schöner Anblick. In Zaschendorf biegen wir links in die Straße „Talblick“ ein. Es geht zunächst leicht bergab und dann wieder bergauf nach Reitzendorf. Hier sehen wir schon die Wegmarkierung zur alten Bahnstrecke nach Weißig. Auf dieser Strecke möchten wir gern wandern. Zunächst aber geht es nach Schönfeld. Wir laufen am Schloss vorbei, das hübsch am Wasser liegt, und machen eine Pause im Gasthof „Zur Alten Brauerei“. Hier ist es so sonnig und geschützt, dass man gut noch im Freien sitzen kann. Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt haben, gehen wir weiter zum Bahndamm – der Weg ist gut ausgeschildert. Ich liebe kleine, alte Bahnstrecken, am liebsten natürliche diejenigen, die noch in Betrieb sind, aber auch stillgelegte faszinieren mich. Von den Gleisanlagen hier ist leider nichts mehr zu sehen, die Strecke ist durchweg asphaltiert. Man erkennt, wo sich einst der Bahnhof Cunnersdorf befand, auf den das entsprechende Schild hinweist. An einigen Informationspunkten kann man etwas über die Geschichte dieser Strecke erfahren. Die Bahnlinie war von 1906 bis 1951 in Betrieb und führte von Weißig nach Dürrröhrsdorf. Zwischen Weißig und Bühlau verkehrte die Straßenbahn, und somit war die Linie an die Stadt angebunden. Man geht auf dem Weg wie auf einer Allee, die Bäume zu beiden Seiten schützen ein wenig vor dem Wind, der wohl oft über das Hochland braust. Zwischen den Bäumen hindurch blickt man weit über das Land. Um diese Weite zu spüren, möchte ich immer wieder in die Natur hinaus.
Eine Wegkreuzung lädt zum Abschweifen ein: links herum geht es zum Taubenberg, wo Kinder Drachen steigen lassen. Dort war ich auch gern als Kind, aber nicht jeder selbst gebastelte Drachen hat sich in die Lüfte erhoben. Wohin geht es rechts herum? Auch das müsste man einmal ausprobieren. Wir gehen geradeaus nach Weißig. An vielen neugebauten Häusern vorbei, gelangen wir schließlich zur Bautzner Landstraße. Dort entdecken wir den Wegweiser Richtung Dresdner Heide, die von der Höhe aus gut zu sehen war. Hier bin ich nun schon beinahe in meiner alten Heimat. Als ich in Bühlau wohnte, verkehrte schon keine Straßenbahn mehr nach Weißig. Das Marienbad, wo ich schwimmen gelernt habe, ist ganz in der Nähe. Wir überqueren die Ullersdorfer Landstraße und sind in der Dresdner Heide. Die Sonne schimmert zwischen den Baumstämmen hindurch und lässt das Herbstlaub erstrahlen. Einige Spaziergänger gehen mit Körben durch den Wald, aber essbare Pilze sind wohl kaum zu finden: es ist zu kalt. Ein paar hübsche Fliegenpilze stehen am Wegrand, aber die sollte man dort lassen, wo sie sind. Wir treffen ganz in der Nähe des Staubeckens auf einen Hauptweg und entschließen uns, nicht nach Bühlau, sondern zum Weißen Adler zu laufen. Das ist nur ein kleines Stück weiter, und es ist noch früh am Nachmittag. Unser Waldweg ist zunächst schmal, wird aber breiter, führt schließlich an den Bühlauer Waldgärten vorbei, endet am Krankenhaus Weißer Hirsch, von wo aus es nicht mehr weit bis zur Straßenbahn ist. Man könnte diese Tour in Weißig oder Bühlau abkürzen, aber natürlich auch verlängern, bis zum Fischhaus, zur Marienallee oder gar nach Klotzsche wandern. Uns hat es für heute genügt. Allmählich beginnt man sich zu fragen, wie viele Wanderungen in diesem Jahr noch möglich sein werden. Aber auch im Winter kann es schöne Tage für Touren geben.
Wir fahren etwas später als sonst los und verlassen die Buslinie 63 in Graupa: Tarifzonengrenze. Also noch ein Stück zu Fuß, zunächst an einer Waldgaststätte vorbei, dann biegen wir linker Hand in eine Siedlung ein. Wir folgen unserem Weg bis zur Borsbergstraße. Von hier aus führt ein Wanderweg bergauf. Eine Etappe des Malerweges führt hier entlang. Es geht an Viehweiden vorbei und den Hang hinauf. Nach einigen Metern folgt ein Wegweiser. Links herum würde es nach Pillnitz gehen – dies ist der Weg, den wir schon kennen. Wir entschließen uns, geradeaus weiter zu gehen. Der „Jagdweg“, rot markiert, führt direkt zum Borsberg. Steil sei das, hören wir von anderen, aber wir werden das schon schaffen. Die letzten Meter hinauf spürt man in den Beinen. Dennoch ist der Borsberg mit seinen 362 Metern für gesunde, halbwegs konditionierte Leute gut zu erreichen. Dies ist wohl der steilste und kürzeste Weg hinauf. Vom Hochland aus kommt man wesentlich gemütlicher auf den Berg. Wir laufen weiter an der Landstraße entlang nach Zaschendorf. Diesen Streckenverlauf kennen wir von Radtouren her. Auch heute sind hier viele Radfahrer unterwegs, aber auch Wanderer wie wir. Hier oben weht ein kräftiger Wind. Ich setze mir lieber die Mütze auf, aber es ist eine Wohltat, bei Sonne und blauem Himmel an der frischen Luft zu sein. Die Weite des Hügellandes ist immer wieder ein schöner Anblick. In Zaschendorf biegen wir links in die Straße „Talblick“ ein. Es geht zunächst leicht bergab und dann wieder bergauf nach Reitzendorf. Hier sehen wir schon die Wegmarkierung zur alten Bahnstrecke nach Weißig. Auf dieser Strecke möchten wir gern wandern. Zunächst aber geht es nach Schönfeld. Wir laufen am Schloss vorbei, das hübsch am Wasser liegt, und machen eine Pause im Gasthof „Zur Alten Brauerei“. Hier ist es so sonnig und geschützt, dass man gut noch im Freien sitzen kann. Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt haben, gehen wir weiter zum Bahndamm – der Weg ist gut ausgeschildert. Ich liebe kleine, alte Bahnstrecken, am liebsten natürliche diejenigen, die noch in Betrieb sind, aber auch stillgelegte faszinieren mich. Von den Gleisanlagen hier ist leider nichts mehr zu sehen, die Strecke ist durchweg asphaltiert. Man erkennt, wo sich einst der Bahnhof Cunnersdorf befand, auf den das entsprechende Schild hinweist. An einigen Informationspunkten kann man etwas über die Geschichte dieser Strecke erfahren. Die Bahnlinie war von 1906 bis 1951 in Betrieb und führte von Weißig nach Dürrröhrsdorf. Zwischen Weißig und Bühlau verkehrte die Straßenbahn, und somit war die Linie an die Stadt angebunden. Man geht auf dem Weg wie auf einer Allee, die Bäume zu beiden Seiten schützen ein wenig vor dem Wind, der wohl oft über das Hochland braust. Zwischen den Bäumen hindurch blickt man weit über das Land. Um diese Weite zu spüren, möchte ich immer wieder in die Natur hinaus.
Eine Wegkreuzung lädt zum Abschweifen ein: links herum geht es zum Taubenberg, wo Kinder Drachen steigen lassen. Dort war ich auch gern als Kind, aber nicht jeder selbst gebastelte Drachen hat sich in die Lüfte erhoben. Wohin geht es rechts herum? Auch das müsste man einmal ausprobieren. Wir gehen geradeaus nach Weißig. An vielen neugebauten Häusern vorbei, gelangen wir schließlich zur Bautzner Landstraße. Dort entdecken wir den Wegweiser Richtung Dresdner Heide, die von der Höhe aus gut zu sehen war. Hier bin ich nun schon beinahe in meiner alten Heimat. Als ich in Bühlau wohnte, verkehrte schon keine Straßenbahn mehr nach Weißig. Das Marienbad, wo ich schwimmen gelernt habe, ist ganz in der Nähe. Wir überqueren die Ullersdorfer Landstraße und sind in der Dresdner Heide. Die Sonne schimmert zwischen den Baumstämmen hindurch und lässt das Herbstlaub erstrahlen. Einige Spaziergänger gehen mit Körben durch den Wald, aber essbare Pilze sind wohl kaum zu finden: es ist zu kalt. Ein paar hübsche Fliegenpilze stehen am Wegrand, aber die sollte man dort lassen, wo sie sind. Wir treffen ganz in der Nähe des Staubeckens auf einen Hauptweg und entschließen uns, nicht nach Bühlau, sondern zum Weißen Adler zu laufen. Das ist nur ein kleines Stück weiter, und es ist noch früh am Nachmittag. Unser Waldweg ist zunächst schmal, wird aber breiter, führt schließlich an den Bühlauer Waldgärten vorbei, endet am Krankenhaus Weißer Hirsch, von wo aus es nicht mehr weit bis zur Straßenbahn ist. Man könnte diese Tour in Weißig oder Bühlau abkürzen, aber natürlich auch verlängern, bis zum Fischhaus, zur Marienallee oder gar nach Klotzsche wandern. Uns hat es für heute genügt. Allmählich beginnt man sich zu fragen, wie viele Wanderungen in diesem Jahr noch möglich sein werden. Aber auch im Winter kann es schöne Tage für Touren geben.
Montag, 3. Oktober 2011
Geising - Fürstenwalde - Adolfov - Mückenberg - Fürstenau und zurück nach Geising, ca. 29 km
2.10.
Wir hatten uns vorgenommen, dieses verlängerte Wochenende für einen Aufenthalt im Osterzgebirge zu nutzen. Zunächst fuhren wir Richtung Sächsische Schweiz und waren froh, den überfüllten Zug in Heidenau verlassen zu können. In der Müglitztalbahn, die eine halbe Stunde später abfuhr, fanden wir noch gute Sitzplätze. Die Sächsische Schweiz ist mit ihren Felsformationen interessant und abenteuerlich, aber wir mögen das Erzgebirge noch ein bisschen lieber. Mit jeder Biegung, die der Zug bergauf fährt, lässt man den Alltag ein Stück hinter sich. Geising ist ein wunderhübscher Ort; wir haben hier schon öfter Ferien gemacht.
Nach einer erholsamen Nacht und gutem Frühstück im Berghotel Schellhas brechen wir zu unserer Tagestour auf. Nachdem wir hier mehrmals Ferienwohnungen gemietet hatten, wollten wir nun das Hotel ausprobieren, an dem wir schon oft vorbeigegangen sind. Es ist sowohl verkehrsgünstig als auch ruhig gelegen, die Atmosphäre ist freundlich und familiär, auch das Restaurant ist ausgezeichnet: genau das Richtige, wenn man sich bei sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis verwöhnen lassen möchte.
Gestern Nachmittag sind wir bei herrlichem Spätsommerwetter nach Altenberg und Zinnwald gewandert; heute geht es in eine andere, weniger begangene Richtung. Wir laufen an Bahnhof und Kirche vorbei und folgen dem Wegweiser zur Bergstraße Richtung Löwenhain. Ein Stück müssen wir an der befahrenen Löwenhainer Straße entlang laufen, aber bald zweigt ein Pfad in den Wald ab, den wir bereits kennen. Folgt man ihm bergauf, gelangt man direkt ins Oberdorf. Weiter geht es ein ganzes Stück an der Straße nach Liebenau entlang Richtung Unterlöwenhain. Wir staunen über die vielen Häuser, an denen gebaut wird – nur vereinzelt sieht man das eine oder andere verfallene Haus. Im Unterdorf führt ein Weg rechter Hand bergauf. Er ist weder markiert noch beschildert, aber wir sind ihn schon einmal aus der anderen Richtung gegangen und kennen den Verlauf. Man kann nur den Hinweis auf eine Hausnummer lesen; der Weg zu diesem Grundstück zweigt weiter oben ab. Geradeaus geht es an einem einzelnen Grundstück vorbei in den Wald. Unser Weg wirkt zunächst etwas verwildert, wird aber besser. Er führt nach Fürstenwalde, den Geburtsort von George Bähr, dem Baumeister der Frauenkirche Dresden. Von Fürstenwalde aus möchten wir über die Alte Dresdner Poststraße weiter gehen. Als wir unten im Ort die Karte studieren, spricht uns eine ältere Frau an und fragt, wohin wir möchten. Sie beschreibt uns den Weg über das Schwarze Kreuz nach Adolfsgrün – Adolfov und erzählt, dass sie selbst zu DDR-Zeiten große Schwierigkeiten hatte, dass Schwarze Kreuz an der Grenze nach Tschechien aufzustellen. Die Liebe zu ihren Traditionen und der Wunsch, diese anderen nahezubringen, zeichnet die Erzgebirgler besonders aus. Wir sind neugierig, wie das Schwarze Kreuz aussieht und was es damit auf sich hat. Weiter geht es an der Hauptstraße entlang bergauf. Am Geburtshaus von George Bähr biegen wir irrtümlich links ab. Hinter Kirche und Friedhof angekommen, ist uns klar, dass wir falsch gegangen sind. Wir gehen zur Hauptstraße zurück und folgen ihr bis zum Ortsende. Am Landgasthof ist unser Weg ausgeschildert: es geht rechts herum und weiter bergauf. Bald sind wir auf einer Höhe von über 700 Metern angekommen und erfreuen uns an der wunderbaren Aussicht nach allen Seiten: wir sehen den Geisingberg, den Lugstein, den Mückenberg, den wir heute noch ansteuern werden, den Kirchturm von Fürstenau und Gottgetreu-Müglitz, das Dorf, in dem meine Schwiegermutter aufgewachsen ist. Bei unser heutigen Wanderung verstehe ich, warum sie immer wieder von „ihren Ebereschen“ schwärmt: ihre roten Früchte leuchten so schön im Herbstlaub. Die Wiesen sind grün, der Himmel ist blau und wolkenlos. Was für ein Glück, dass wir dieses Wochenende hier oben verleben können! Die weiten Ausblicke, die man bei klarem Wetter hat, lieben wir am Erzgebirge sehr. Wir wandern eine Weile auf der Höhe entlang. Man könnte links herum auf den Leichenstein – einen Hügel – gehen, aber das machen wir ein andermal. Es geht leicht bergab, bis wir vor dem Schwarzen Kreuz, einen hohen, schlichten Denkmal, stehen. An diesem Ort soll einst eine Postkutsche im Sumpf versunken oder überfallen worden sein. Sumpfig ist es hier wirklich. Wir überqueren einen kleinen Bach und sind in Tschechien. Einer Informationstafel können wir entnehmen, dass hier ein Naturschutzgebiet ist – mehr verstehen wir nicht. Adolfov ist ein sehr ursprünglich aussehendes Dorf mit wenigen Häusern und einem verfallenen Hotel. Mit ein paar freundlichen Wanderern können wir uns leider nur durch Gesten verständigen. Es ist mir peinlich, dass von meinen Tschechischkenntnissen so gut wie nichts mehr übrig ist. In den letzten zwei Jahren gab es nicht genügend Gelegenheiten, diese aufzufrischen. Der Weg zum Mückenberg (Komáří hůrka) ist gut ausgeschildert. Wir wenden uns Richtung Fojtovice. Hier auf der Landstraße sind viele Radfahrer, Motorradfahrer und Wanderer unterwegs. Nach einer Weile geht der rot-weiß markierte Weg links herum einen Hügel hinauf. Nun können wir den Mückenturm gut sehen und kommen ihm immer näher. Wir sind bereits über Müglitz, Fürstenau und Zinnwald dorthin gewandert: nun freuen wir uns, einen für uns neuen Weg dorthin zu gehen. Wir haben einen herrlichen Blick ins Böhmische: man erkennt gut, dass die Berge dort einst Vulkane waren. Je näher wir dem Mückenberg kommen, desto mehr Ausflüglern begegnen wir. Oben am Restaurant herrscht großer Andrang, von allen Seiten kommen Leute zu Fuß, mit Mountainbikes, Motorrädern und sogar Autos nach oben. Wir genießen kurz die Aussicht und gehen weiter nach Fojtovice. Auch hier kommen uns immer wieder Leute entgegen. Bei jedem unserer Besuche hier wirkt der Ort heller und freundlicher, und man kann annehmen, dass die Gegend durch den Tourismus weiter aufblühen wird. Das ist den Menschen in beiden Ländern zu wünschen. Die grenzüberschreitenden Wanderwege nehmen zu, und wir freuen uns über diese neuen Möglichkeiten, die wir selbst gern in Anspruch nehmen. Auch die gute Gaststätte „U Pepy“ ist völlig überfüllt. Schade – aber verständlich. An der kleinen Touristeninformation bekommen wir Kaffee, tschechisches Bier (worauf ich allerdings verzichte) und einen schattigen Pausenplatz. Erstaunt sehen wir, dass einige Wanderer den Weg nach Müglitz gehen, wo wir sonst immer allein unterwegs waren, und auch in Richtung Fürstenau sind Ausflügler unterwegs. An Wiesen und Viehweiden vorbei geht es über die Grenze. Hier erinnert eine Gedenktafel an die Sudetendeutschen, die aus den drei Dörfern jenseits der Grenze vertrieben wurden. Ihre Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht.
In Fürstenau sieht man viele renovierte, aber auch verfallene Höfe. Hier oben ist es schwierig, Arbeit zu finden; umso bemerkenswerter ist es, wenn sich Leute neu ansiedeln. Wir folgen dem Wegweiser, der nach links zur Traugotthöhe führt. Dieser Gipfel zählt zu den Achttausendern des Osterzgebirges (Angabe in Dezimetern); wir sind bereits im Mai hier gewesen. Wir gehen an einem sehr schönen Tal entlang, können nach Tschechien hinüber sehen, wo der grenzüberschreitende Wanderweg von Zinnwald aus zum Mückenturm verläuft. Über eine Wiese geht es die letzten Meter zum Gipfel hinauf, der Weg ist ausgeschildert. Hier oben gibt es nur eine Stangenmarkierung, und rasten muss man im Gras, aber man hat eine sehr schöne Aussicht. Zurück über die Wiese, geht es nun auf dem Wanderweg weiter. Er führt leicht bergab und trifft auf den Weg in den Rosengrund nach Geising. Die Strecke ist asphaltiert und wird gelegentlich auch von Radfahrern genutzt. Unten am Wegweiser angelangt, folgen wir dem ausgeschilderten Weg rechts herum nach Zinnwald – von Geising ist hier nichts zu lesen, aber wir kennen uns gut aus. Geradeaus geht es zur Kohlhaukuppe, links herum zum Silberstollen. Dorthin führen zwar markierte Wege, aber der Stollen ist geschlossen und es gibt nichts zu sehen. Bald haben wir einen schönen Blick auf Geising, das sich malerisch im Tal erstreckt. Am Hüttenteichbad vorbei gelangen wir zurück in den Ort. Gegen 16.45 Uhr sind wir wieder am Hotel. Eine schöne Tageswanderung haben wir zurückgelegt: reichlich 1.400 Höhenmeter waren es bei sieben Stunden Gehzeit. Wir freuen uns darüber, dass wir an unsere Touren in der Schweiz anknüpfen konnten und hoffen, dass noch mehr Erholungssuchende die Schönheit des Erzgebirges entdecken.
Fotos
Wir hatten uns vorgenommen, dieses verlängerte Wochenende für einen Aufenthalt im Osterzgebirge zu nutzen. Zunächst fuhren wir Richtung Sächsische Schweiz und waren froh, den überfüllten Zug in Heidenau verlassen zu können. In der Müglitztalbahn, die eine halbe Stunde später abfuhr, fanden wir noch gute Sitzplätze. Die Sächsische Schweiz ist mit ihren Felsformationen interessant und abenteuerlich, aber wir mögen das Erzgebirge noch ein bisschen lieber. Mit jeder Biegung, die der Zug bergauf fährt, lässt man den Alltag ein Stück hinter sich. Geising ist ein wunderhübscher Ort; wir haben hier schon öfter Ferien gemacht.
Nach einer erholsamen Nacht und gutem Frühstück im Berghotel Schellhas brechen wir zu unserer Tagestour auf. Nachdem wir hier mehrmals Ferienwohnungen gemietet hatten, wollten wir nun das Hotel ausprobieren, an dem wir schon oft vorbeigegangen sind. Es ist sowohl verkehrsgünstig als auch ruhig gelegen, die Atmosphäre ist freundlich und familiär, auch das Restaurant ist ausgezeichnet: genau das Richtige, wenn man sich bei sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis verwöhnen lassen möchte.
Gestern Nachmittag sind wir bei herrlichem Spätsommerwetter nach Altenberg und Zinnwald gewandert; heute geht es in eine andere, weniger begangene Richtung. Wir laufen an Bahnhof und Kirche vorbei und folgen dem Wegweiser zur Bergstraße Richtung Löwenhain. Ein Stück müssen wir an der befahrenen Löwenhainer Straße entlang laufen, aber bald zweigt ein Pfad in den Wald ab, den wir bereits kennen. Folgt man ihm bergauf, gelangt man direkt ins Oberdorf. Weiter geht es ein ganzes Stück an der Straße nach Liebenau entlang Richtung Unterlöwenhain. Wir staunen über die vielen Häuser, an denen gebaut wird – nur vereinzelt sieht man das eine oder andere verfallene Haus. Im Unterdorf führt ein Weg rechter Hand bergauf. Er ist weder markiert noch beschildert, aber wir sind ihn schon einmal aus der anderen Richtung gegangen und kennen den Verlauf. Man kann nur den Hinweis auf eine Hausnummer lesen; der Weg zu diesem Grundstück zweigt weiter oben ab. Geradeaus geht es an einem einzelnen Grundstück vorbei in den Wald. Unser Weg wirkt zunächst etwas verwildert, wird aber besser. Er führt nach Fürstenwalde, den Geburtsort von George Bähr, dem Baumeister der Frauenkirche Dresden. Von Fürstenwalde aus möchten wir über die Alte Dresdner Poststraße weiter gehen. Als wir unten im Ort die Karte studieren, spricht uns eine ältere Frau an und fragt, wohin wir möchten. Sie beschreibt uns den Weg über das Schwarze Kreuz nach Adolfsgrün – Adolfov und erzählt, dass sie selbst zu DDR-Zeiten große Schwierigkeiten hatte, dass Schwarze Kreuz an der Grenze nach Tschechien aufzustellen. Die Liebe zu ihren Traditionen und der Wunsch, diese anderen nahezubringen, zeichnet die Erzgebirgler besonders aus. Wir sind neugierig, wie das Schwarze Kreuz aussieht und was es damit auf sich hat. Weiter geht es an der Hauptstraße entlang bergauf. Am Geburtshaus von George Bähr biegen wir irrtümlich links ab. Hinter Kirche und Friedhof angekommen, ist uns klar, dass wir falsch gegangen sind. Wir gehen zur Hauptstraße zurück und folgen ihr bis zum Ortsende. Am Landgasthof ist unser Weg ausgeschildert: es geht rechts herum und weiter bergauf. Bald sind wir auf einer Höhe von über 700 Metern angekommen und erfreuen uns an der wunderbaren Aussicht nach allen Seiten: wir sehen den Geisingberg, den Lugstein, den Mückenberg, den wir heute noch ansteuern werden, den Kirchturm von Fürstenau und Gottgetreu-Müglitz, das Dorf, in dem meine Schwiegermutter aufgewachsen ist. Bei unser heutigen Wanderung verstehe ich, warum sie immer wieder von „ihren Ebereschen“ schwärmt: ihre roten Früchte leuchten so schön im Herbstlaub. Die Wiesen sind grün, der Himmel ist blau und wolkenlos. Was für ein Glück, dass wir dieses Wochenende hier oben verleben können! Die weiten Ausblicke, die man bei klarem Wetter hat, lieben wir am Erzgebirge sehr. Wir wandern eine Weile auf der Höhe entlang. Man könnte links herum auf den Leichenstein – einen Hügel – gehen, aber das machen wir ein andermal. Es geht leicht bergab, bis wir vor dem Schwarzen Kreuz, einen hohen, schlichten Denkmal, stehen. An diesem Ort soll einst eine Postkutsche im Sumpf versunken oder überfallen worden sein. Sumpfig ist es hier wirklich. Wir überqueren einen kleinen Bach und sind in Tschechien. Einer Informationstafel können wir entnehmen, dass hier ein Naturschutzgebiet ist – mehr verstehen wir nicht. Adolfov ist ein sehr ursprünglich aussehendes Dorf mit wenigen Häusern und einem verfallenen Hotel. Mit ein paar freundlichen Wanderern können wir uns leider nur durch Gesten verständigen. Es ist mir peinlich, dass von meinen Tschechischkenntnissen so gut wie nichts mehr übrig ist. In den letzten zwei Jahren gab es nicht genügend Gelegenheiten, diese aufzufrischen. Der Weg zum Mückenberg (Komáří hůrka) ist gut ausgeschildert. Wir wenden uns Richtung Fojtovice. Hier auf der Landstraße sind viele Radfahrer, Motorradfahrer und Wanderer unterwegs. Nach einer Weile geht der rot-weiß markierte Weg links herum einen Hügel hinauf. Nun können wir den Mückenturm gut sehen und kommen ihm immer näher. Wir sind bereits über Müglitz, Fürstenau und Zinnwald dorthin gewandert: nun freuen wir uns, einen für uns neuen Weg dorthin zu gehen. Wir haben einen herrlichen Blick ins Böhmische: man erkennt gut, dass die Berge dort einst Vulkane waren. Je näher wir dem Mückenberg kommen, desto mehr Ausflüglern begegnen wir. Oben am Restaurant herrscht großer Andrang, von allen Seiten kommen Leute zu Fuß, mit Mountainbikes, Motorrädern und sogar Autos nach oben. Wir genießen kurz die Aussicht und gehen weiter nach Fojtovice. Auch hier kommen uns immer wieder Leute entgegen. Bei jedem unserer Besuche hier wirkt der Ort heller und freundlicher, und man kann annehmen, dass die Gegend durch den Tourismus weiter aufblühen wird. Das ist den Menschen in beiden Ländern zu wünschen. Die grenzüberschreitenden Wanderwege nehmen zu, und wir freuen uns über diese neuen Möglichkeiten, die wir selbst gern in Anspruch nehmen. Auch die gute Gaststätte „U Pepy“ ist völlig überfüllt. Schade – aber verständlich. An der kleinen Touristeninformation bekommen wir Kaffee, tschechisches Bier (worauf ich allerdings verzichte) und einen schattigen Pausenplatz. Erstaunt sehen wir, dass einige Wanderer den Weg nach Müglitz gehen, wo wir sonst immer allein unterwegs waren, und auch in Richtung Fürstenau sind Ausflügler unterwegs. An Wiesen und Viehweiden vorbei geht es über die Grenze. Hier erinnert eine Gedenktafel an die Sudetendeutschen, die aus den drei Dörfern jenseits der Grenze vertrieben wurden. Ihre Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht.
In Fürstenau sieht man viele renovierte, aber auch verfallene Höfe. Hier oben ist es schwierig, Arbeit zu finden; umso bemerkenswerter ist es, wenn sich Leute neu ansiedeln. Wir folgen dem Wegweiser, der nach links zur Traugotthöhe führt. Dieser Gipfel zählt zu den Achttausendern des Osterzgebirges (Angabe in Dezimetern); wir sind bereits im Mai hier gewesen. Wir gehen an einem sehr schönen Tal entlang, können nach Tschechien hinüber sehen, wo der grenzüberschreitende Wanderweg von Zinnwald aus zum Mückenturm verläuft. Über eine Wiese geht es die letzten Meter zum Gipfel hinauf, der Weg ist ausgeschildert. Hier oben gibt es nur eine Stangenmarkierung, und rasten muss man im Gras, aber man hat eine sehr schöne Aussicht. Zurück über die Wiese, geht es nun auf dem Wanderweg weiter. Er führt leicht bergab und trifft auf den Weg in den Rosengrund nach Geising. Die Strecke ist asphaltiert und wird gelegentlich auch von Radfahrern genutzt. Unten am Wegweiser angelangt, folgen wir dem ausgeschilderten Weg rechts herum nach Zinnwald – von Geising ist hier nichts zu lesen, aber wir kennen uns gut aus. Geradeaus geht es zur Kohlhaukuppe, links herum zum Silberstollen. Dorthin führen zwar markierte Wege, aber der Stollen ist geschlossen und es gibt nichts zu sehen. Bald haben wir einen schönen Blick auf Geising, das sich malerisch im Tal erstreckt. Am Hüttenteichbad vorbei gelangen wir zurück in den Ort. Gegen 16.45 Uhr sind wir wieder am Hotel. Eine schöne Tageswanderung haben wir zurückgelegt: reichlich 1.400 Höhenmeter waren es bei sieben Stunden Gehzeit. Wir freuen uns darüber, dass wir an unsere Touren in der Schweiz anknüpfen konnten und hoffen, dass noch mehr Erholungssuchende die Schönheit des Erzgebirges entdecken.
Fotos
Sonntag, 25. September 2011
Großer Winterberg - Hinteres Raubschloss und zurück nach Schmilka
Nachdem wir zwei Wochen lang in den Schweizer Alpen unterwegs waren, geht es heute mal wieder in die Sächsische Schweiz: wir möchten das schöne Spätsommerwetter nutzen und nicht gleich aus der Übung kommen.
Die letzte Etappe des Malerweges traue ich mir nicht zu: seit meiner Rückkehr machen mir die Knie ein bisschen Probleme. Das Hintere Raubschloss lockt mich seit Längerem, deshalb habe ich große Lust, dorthin zu gehen. Es ist ein wenig abgelegen von den Verkehrsverbindungen. Man erreicht es über das Kirnitzschtal, aber auch von Schmilka aus über den Großen Winterberg. Der Flößersteig im Kirnitzschtal würde mich sehr reizen, aber wir wissen nicht, ob man ihn schon wieder begehen kann. Das Kirnitzschtal und viele Wanderwege wurden 2010 vom Hochwasser sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Gegend um den Großen Winterberg mögen wir sehr, und deswegen brechen wir von Schmilka aus auf.
Unser rot markierter Weg führt in gleichmäßiger, sanfter Steigung bergauf. Rund um den Winterberg findet man ausgedehnte Waldgebiete. Nach einer Weile gelangen wir auf die Straße, die sich in Serpentinen hinauf windet, und gehen dort weiter. Dann entdecken wir einen Wegweiser zur Kipphorn-Aussicht. Wir kannten sie noch nicht, und von heute an wissen wir: man sollte dort unbedingt hingehen, eine Rast einlegen und den wunderschönen Ausblick genießen. Hier studieren wir die Karte und stellen fest, dass der Große Winterberg mit einer Höhe von 556 Metern tatsächlich die zweithöchste Erhebung der Sächsischen Schweiz ist. Der höchste Berg ist der Große Zschirnstein mit 560 Metern.
Oben angekommen, genehmigen wir uns eine Kaffeepause. Im Berghotel könnte man auch übernachten, aber das kommt für Dresdner eigentlich nicht in Frage. Wir gehen weiter Richtung Kleiner Winterberg. Dort geht es steil über Treppen hinunter – wir kennen den Weg bereits. Weiter unten ist der Weg zum Hinteren Raubschloss ausgeschildert. Dieser wenig begangene Abschnitt gefällt uns ganz gut. Viele Bergsteiger sind hier an den umliegenden Felsen zugange; einige können wir gut beobachten.
Unser Navigationssystem lässt uns heute im Stich: es zeigt immer noch an, wir seien am Zürichsee. Es ist irgendwie beruhigend, dass die Technik ähnliche Gewöhnungsprobleme hat wie wir!
Welcher der Felsen wird wohl das Raubschloss sein? Erinnerungen habe ich nur an den Weg aus dem Kirnitzschtal; hier ist alles neu für mich, aber faszinierend. Endlich können wir dem Wegweiser zu „unserem“ heutigen Gipfel folgen. Wir gehen über ein paar Stiegen – und müssen erst einmal anhalten, weil uns Leute entgegen kommen.
Wir als Ortsansässige haben das Hintere Raubschloss erst mit Hilfe von Verwandten aus Potsdam entdeckt. Meine Cousins wollten in den Ferien immer in die Sächsische Schweiz, und dort konnte es nicht abenteuerlich genug sein. Das Hintere Raubschloss ist ein richtiger Abenteuerfelsen für ältere Kinder und Jugendliche. Inmitten eines Felskessels geht es über eine fast senkrechte Leiter hinauf. Es gibt aber genügend Trittspuren, Stiegen und Griffe, teilweise auch mit Metall versichert: man findet jederzeit gut Halt. Ganz oben findet man sogar Überreste der Burg und eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Felsen. Man kann hier klettern, über Spalten springen und picknicken –ideal für Besucher, die einen steilen und schmalen Aufstieg nicht scheuen. Der Andrang lässt nicht nach, und nach einer Pause steigen wir wieder hinunter. Es gibt ein wenig Stau, weil viele Leute hinauf wollen und man kaum aneinander vorbei kommt, aber es lässt sich alles regeln. Vom Raubschloss aus gehen wir zum Zeughaus, kehren aber nicht ein, sondern machen uns nach einer kurzen Pause auf den Weg zum Rosssteig Richtung Schmilka.
Es geht eine Weile bergauf, aber das schaffen wir ganz gut. Meine Trekkingstöcke habe ich vor dem Aufstieg zum Raubschloss verstaut und lasse sie dort, wo sie sind. Hier komme ich zurecht: das Wandern tut gut. An der Goldsteinaussicht haben wir einen schönen Blick in die hintere Sächsische Schweiz und ins Böhmische. Besonders reizvoll ist die beginnende Laubfärbung. Weiter geht es Richtung Winterberg. Wir gehen nicht noch einmal hinauf, sondern am Gipfel vorbei, ein Stück an der Straße entlang und schließlich über den Müllerwiesenweg nach Schmilka. Zeitweise können wir das Elbtal sehr schön überblicken. 16.15 Uhr kommen wir in Schmilka an. Damit liegen wir gut in der Zeit. Die Fähre fährt uns zwar davon, aber den nächsten Zug nach Dresden können wir dennoch gut erreichen.
Fotos
Die letzte Etappe des Malerweges traue ich mir nicht zu: seit meiner Rückkehr machen mir die Knie ein bisschen Probleme. Das Hintere Raubschloss lockt mich seit Längerem, deshalb habe ich große Lust, dorthin zu gehen. Es ist ein wenig abgelegen von den Verkehrsverbindungen. Man erreicht es über das Kirnitzschtal, aber auch von Schmilka aus über den Großen Winterberg. Der Flößersteig im Kirnitzschtal würde mich sehr reizen, aber wir wissen nicht, ob man ihn schon wieder begehen kann. Das Kirnitzschtal und viele Wanderwege wurden 2010 vom Hochwasser sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Gegend um den Großen Winterberg mögen wir sehr, und deswegen brechen wir von Schmilka aus auf.
Unser rot markierter Weg führt in gleichmäßiger, sanfter Steigung bergauf. Rund um den Winterberg findet man ausgedehnte Waldgebiete. Nach einer Weile gelangen wir auf die Straße, die sich in Serpentinen hinauf windet, und gehen dort weiter. Dann entdecken wir einen Wegweiser zur Kipphorn-Aussicht. Wir kannten sie noch nicht, und von heute an wissen wir: man sollte dort unbedingt hingehen, eine Rast einlegen und den wunderschönen Ausblick genießen. Hier studieren wir die Karte und stellen fest, dass der Große Winterberg mit einer Höhe von 556 Metern tatsächlich die zweithöchste Erhebung der Sächsischen Schweiz ist. Der höchste Berg ist der Große Zschirnstein mit 560 Metern.
Oben angekommen, genehmigen wir uns eine Kaffeepause. Im Berghotel könnte man auch übernachten, aber das kommt für Dresdner eigentlich nicht in Frage. Wir gehen weiter Richtung Kleiner Winterberg. Dort geht es steil über Treppen hinunter – wir kennen den Weg bereits. Weiter unten ist der Weg zum Hinteren Raubschloss ausgeschildert. Dieser wenig begangene Abschnitt gefällt uns ganz gut. Viele Bergsteiger sind hier an den umliegenden Felsen zugange; einige können wir gut beobachten.
Unser Navigationssystem lässt uns heute im Stich: es zeigt immer noch an, wir seien am Zürichsee. Es ist irgendwie beruhigend, dass die Technik ähnliche Gewöhnungsprobleme hat wie wir!
Welcher der Felsen wird wohl das Raubschloss sein? Erinnerungen habe ich nur an den Weg aus dem Kirnitzschtal; hier ist alles neu für mich, aber faszinierend. Endlich können wir dem Wegweiser zu „unserem“ heutigen Gipfel folgen. Wir gehen über ein paar Stiegen – und müssen erst einmal anhalten, weil uns Leute entgegen kommen.
Wir als Ortsansässige haben das Hintere Raubschloss erst mit Hilfe von Verwandten aus Potsdam entdeckt. Meine Cousins wollten in den Ferien immer in die Sächsische Schweiz, und dort konnte es nicht abenteuerlich genug sein. Das Hintere Raubschloss ist ein richtiger Abenteuerfelsen für ältere Kinder und Jugendliche. Inmitten eines Felskessels geht es über eine fast senkrechte Leiter hinauf. Es gibt aber genügend Trittspuren, Stiegen und Griffe, teilweise auch mit Metall versichert: man findet jederzeit gut Halt. Ganz oben findet man sogar Überreste der Burg und eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Felsen. Man kann hier klettern, über Spalten springen und picknicken –ideal für Besucher, die einen steilen und schmalen Aufstieg nicht scheuen. Der Andrang lässt nicht nach, und nach einer Pause steigen wir wieder hinunter. Es gibt ein wenig Stau, weil viele Leute hinauf wollen und man kaum aneinander vorbei kommt, aber es lässt sich alles regeln. Vom Raubschloss aus gehen wir zum Zeughaus, kehren aber nicht ein, sondern machen uns nach einer kurzen Pause auf den Weg zum Rosssteig Richtung Schmilka.
Es geht eine Weile bergauf, aber das schaffen wir ganz gut. Meine Trekkingstöcke habe ich vor dem Aufstieg zum Raubschloss verstaut und lasse sie dort, wo sie sind. Hier komme ich zurecht: das Wandern tut gut. An der Goldsteinaussicht haben wir einen schönen Blick in die hintere Sächsische Schweiz und ins Böhmische. Besonders reizvoll ist die beginnende Laubfärbung. Weiter geht es Richtung Winterberg. Wir gehen nicht noch einmal hinauf, sondern am Gipfel vorbei, ein Stück an der Straße entlang und schließlich über den Müllerwiesenweg nach Schmilka. Zeitweise können wir das Elbtal sehr schön überblicken. 16.15 Uhr kommen wir in Schmilka an. Damit liegen wir gut in der Zeit. Die Fähre fährt uns zwar davon, aber den nächsten Zug nach Dresden können wir dennoch gut erreichen.
Fotos
Abonnieren
Posts (Atom)